11  Fledermäuse

Autor:innen
Zugehörigkeit

Fabio Bontadina

SWILD, Sandstrasse 2, 8003 Zürich

Mathujah Manikkan

11.1 Einleitung Fledermäuse

In der Schweiz sind 30 Fledermausarten nachgewiesen. Das sind rund ein Drittel aller einheimischen Säugetierarten. Fledermäuse sind Insektenfresser und ernähren sich fast ausschliesslich von Gliedertieren wie Schnaken, Mücken, Käfern oder Schmetterlingen. Sie sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Zur Orientierung nutzen Fledermäuse die Echoorientierung. Diese Rufe liegen im Ultraschallbereich und sind für uns Menschen meist nicht hörbar. Fledermäuse nutzen tagsüber oft Baumhöhlen oder Spalten in Felsen oder an Gebäuden als Verstecke und bevorzugen warme, trockene und zugluftfreie Plätze.

11.2 Langohren

Mathujah Manikkan / swild.ch

Im Tessin leben zwei Arten von Langohrfledermäusen: das Braune Langohr und das Alpenlangohr. Beide Arten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Echoortungsrufe der Langohren sind sehr leise, sie flüstern, was akustische Nachweise schwierig macht. Mit ihren grossen Ohren nehmen sie nicht nur die Echos ihrer Rufe, sondern selbst das Krabbeln von Insekten wahr.

11.3 Mückenfledermaus

Marko Koenig / swild.ch

Die Mückenfledermaus ist eine Zwillingsart der Zwergfledermaus. Beide Arten gehören zu den kleinsten Fledermäusen der Schweiz und sehen sich so ähnlich, dass sie bis in die 1990er Jahre nicht als zwei verschiedene Arten erkannt wurden. Als sicheres und einfaches Bestimmungsmerkmal hat sich die Unterscheidung anhand ihrer Rufe bewährt: Die häufige Zwergfledermaus ruft bei ca. 45 kHz am lautesten, die seltene Mückenfledermaus bei ca. 55 kHz. In Ces wurde die seltene Mückenfledermaus zum ersten Mal nachgewiesen.

11.4 Artenliste

Hypsugo savii (NT), Myotis daubentonii (NT), Myotis myotis / blythii (VU-CR), Myotis natererii s.l. (NT), Nyctalus leisleri/noctula, Vespertilio murinus (NT-VU), Pipistrellus pipistrellus (LC), Pipistrellus pygmaeus (NT), Plecotus sp. (VU-CR)